Visionär denken, auf solidem Fundament aufbauen
Ich denke gern groß. Aber aus Projekten habe ich gelernt, wie wichtig ein kleiner Anfang ist, der funktioniert und wachsen kann.
Gerade bei Daten- und KI-Projekten wird aus einer guten Idee schnell eine Lösung, die alles können soll. Ich verstehe den Reiz daran und denke selbst gern groß. Schwierig wird es für mich, wenn wir gleich die ganze Vision bauen wollen. Dann wachsen Aufwand und Erwartungen oft schneller als das, was wir tatsächlich liefern können. Chunka Mui bringt den passenden Ansatz in seinem Forbes-Beitrag auf sechs Worte: „Think Big, Start Small, Learn Fast.“
Das habe ich beim Aufbau einer Serviceplattform bei einem Managed Service Provider erlebt. Die Plattform sollte vieles auf einmal abdecken. Aus meiner Sicht hatte man sich bei Umfang, Kalkulation und Investitionen verzettelt. Am Ende wurde der Geldhahn zugedreht, und plötzlich stand die wirtschaftliche Zukunft des ganzen Unternehmens auf dem Spiel. Dabei waren Wissen und Erfahrungen aus kleineren mittelständischen Umgebungen vorhanden. Dort hatte vieles schon funktioniert. Genau darauf hätte man aus meiner Sicht aufbauen können: kleiner anfangen, einen stabilen Kern schaffen und von dort aus weitergehen.
Wenn ich heute sehe, wie schnell man sich mit den großen Anbietern messen möchte, muss ich daran denken. Natürlich können wir von deren Lösungen lernen. Aber hinter dem heutigen Angebot stecken Jahre an Entwicklung, Investitionen und Erfahrungen. Davor sollte man Respekt haben. Die fertige Plattform als Vorbild zu nehmen heißt noch lange nicht, dass man auch deren ganzen Umfang zum Start braucht.
Beim Kunden möchte ich deshalb zuerst wissen: Was braucht er wirklich, damit die Lösung ihm hilft? Daraus entsteht für mich der erste Kern. Schnittstellen, Datenflüsse und Betrieb müssen so gedacht sein, dass wir später erweitern können. Wir müssen aber nicht jede mögliche Funktion sofort bauen. Ein erster Schritt, der funktioniert, zeigt früher einen Nutzen und macht weitere Investitionen leichter zu begründen. Und wir sollten klar sagen, was heute geht und was erst noch entstehen soll.
Die STACKIT Cloud ist für mich ein positives Beispiel: mit relevanten Kernfunktionen starten, konkrete Kundenanforderungen lösen und das Angebot gezielt weiterentwickeln. Genau das überzeugt mich an ihrem Ansatz. So entsteht eine eigenständige souveräne Cloud, die ihren eigenen Weg geht. Dafür muss man nicht jede Funktion der großen Anbieter nachbauen. Aus meiner Perspektive im STACKIT-Umfeld ist das der Weg, den ich auch bei einzelnen Lösungen verfolgen möchte: einen Kern liefern, der hält, was wir versprechen, und dort wachsen, wo der Bedarf entsteht.